Masterarbeit zum Nachweis von Coxiella burnetii in Aborten und Totgeburten bei Ziegen


Infektionen mit Coxiella burnetii führen bei Tieren zur Coxiellose und können beim Menschen zum
Q-Fieber führen. Zecken können bei der Übertragung der Krankheit zwischen Tieren eine wichtige Rolle spielen. Die Ansteckung erfolgt durch den Zeckenbiss oder durch den getrockneten Zeckenkot. Die Ansteckung kann auch unabhängig von Zecken erfolgen. Die Bakterien sind im Staub oder in Körpersekreten enthalten und können eingeatmet, über das Futter aufgenommen werden oder vom Muttertier auf das Ungeborene übergehen. Das Bakterium ist relativ resistent und kann in der Umwelt mehrere Monate überleben. Bei Tieren verläuft die Infektion meist unauffällig und wird darum häufig übersehen. Eindeutige Anzeichen für eine Coxiellose zeigen sich fast nur durch Aborte und Totgeburten bei Rind, Schaf und Ziege.

Infizierte Tiere können während des Abortes oder der Geburt massenhaft Bakterien via Eihäute, Loch-ialflüssigkeit, Fruchtwasser sowie Blut, Speichel, Harn, Kot und Milch ausscheiden. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch Nahrungsmittel, Tierkontakt, und/oder durch Inhalation von bakterienhaltigem Staub.

Nach 2-3 Wochen kann es beim Menschen zu den ersten Symptomen wie Fieber, Lungen- und Leberentzündungenkommen. Bei Nichtbehandlung der ersten Symptome kann eine Entzündung am Herzen auftreten. Bei anhaltender Erkrankung sind Todesfälle bekannt.

Inhalt und Ziel der Masterarbeit ist es, herauszufinden, wie häufig Coxiellen die Ursache für Aborte und Totgeburten sind. Zudem untersuchen wir, welche Ausscheidungswege eine Gefahr für die Übertragung auf den Menschen darstellen und wie lange nach der akuten Infektion noch Bakterien ausgeschieden werden können.

Der Nachweis von Coxiella burnetii erfolgt im Labor anhand der Untersuchung des Foetus, der Nachgeburt und dem Blut des Muttertieres. Die Proben (Foet, Nachgeburt, Blut) werden durch den/die Bestandestierarzt/ärztin eingeschickt. Sollte das eingesandte Untersuchungsmaterial positiv auf C. burnetii sein, möchten wir gerne weitere Proben untersuchen, wie Milch, Scheidentupfer, Kot und Spontanharn. Ein kurzer Fragebogen, den wir vor Ort mit Ihnen ausfüllen werden, vervollständigt die Untersuchung

An der Studie teilnehmen können Ziegenbesitzer/innen im Kanton Bern und den umliegenden Kantonen (BL, FR, JU, NE, VS, SO, AG, LU). Bitte melden Sie die Aborte ihrem/ihrer Bestandestierarzt/ärztin mit der Bitte, uns zu kontaktieren (Miriam Heinzelmann: miriam.heinzelmann@bluewin.ch) und die Proben in das Institut für Veterinärbakteriologie in Bern mit dem Vermerk „Masterarbeit Ziegenabort“ zu schicken.

Zusammen mit der Untersuchung auf C. burnetii werden auch die nach Tierseuchenverordnung obligatorischen Erreger wie Chlamydien und Brucellen abgeklärt. Alle Untersuchungen der Aborte und Totgeburten im Rahmen dieser Masterarbeit sind für die Ziegenhalter/innen kostenlos.